Ein Großteil einer Sucht nach – oder soll ich sagen: einem in übermäßiger Zögerlichkeit begründeten Rückgriff auf – Eskapismus und Weltflucht wurzelt im Perfektionismus, der wiederum nicht selten in toxischer Scham und einer schambasierten Identität wurzelt.
Anderen nahe zu sein, ihnen zu helfen und tiefgründig zu versuchen, sie zu verstehen, bevor man über sie urteilt, ist der perfekte Weg, diese toxische Scham zu überwinden. Denn dabei erkennt man, dass unsere Mitmenschen, jeder für sich, seine eigene Schlacht zu schlagen hat. Und kann dann die Tatsache voll und ganz anerkennen, dass man selbst auch nicht perfekt ist und es auch niemals sein wird.
Ein tiefgründiges und vollständiges Eingeständnis in unsere eigene fehlerhafte Menschlichkeit auf diese Weise zu gewinnen, ist das perfekte Fundament für einen nachhaltig ruhigen und achtsamen Alltag. Es bedarf dann keiner Externalisierung von Quellen für Liebe und Verständnis mehr, damit wir Frieden und Ruhe erfahren.
Aus dieser tiefen Ruhe heraus können dann echte, bewusste Verbundenheit und Resonanz mit anderen Menschen und der Welt im Allgemeinen wachsen. Dies wird dann zu einer sich selbst multiplizierenden Liebe. Jeder Moment ist dann gelebte und erlebte Transzendenz.

